Im Ausland günstiger kommunizieren – Die neuen Roaming-Regeln machen es möglich

Dienstag, 3. April 2012

Schon ab dem kommenden Sommer und damit noch rechtzeitig zur nächsten Urlaubssaison, wird der Handy-Abzockerei ein Ende gesetzt. Die Abgesandten von Kommission und EU-Parlament einigten sich mit den Mitgliedsländern auf neue Regeln beim sogenannten Roaming. Ab dem 01.07.2012 sind für abgehende Gespräche maximal 29 Cent pro Minute zu zahlen, eingehende Gespräche dürfen maximal 8 Cent je Minute kosten. Eine SMS darf nicht teurer als 9 Cent sein und für das Herunterladen von einem Megabyte Daten darf der Preis nicht über 70 Cent liegen. Das Paket muss allerdings noch vom Parlament und vom Rat beschlossen werden.

Bis 2014 sind darüber hinaus weitere Kürzungen um ein Drittel vorgesehen. Dabei sollen die Internetkosten auf 20 Cent pro Megabyte gedeckelt werden. Insgesamt hofft man auf einen wesentlich stärkeren Wettbewerb, der bis 2016 die Kosten von alleine weiter unter die Obergrenzen drückt. Sofern das der Fall ist, werden die Preisgrenzen abgeschafft.

Unabhängig vom eigenen Vertrag können Kunden ab 2014 zwischen unterschiedlichen Roaming-Tarifen wählen, man ist nicht gezwungen, hierfür den eigenen Vertragspartner zu nutzen. Gesetzlich ist vorgeschrieben, dass dieser Roamingwechsel kostenlos sein muss.

Dann können sogar Anbieter ohne eigenes Netz Sondertarife für Auslandsreisen anbieten. Eine Möglichkeit, die beispielsweise von Reiseveranstaltern genutzt werden könnte. Sie wären in der Lage, mit einer Reise gleichzeitig einen Telefontarif anzubieten. Dabei soll für diesen Service kein Nummernwechsel erforderlich sein.

Die Politik, die ihr Eingreifen mit dem Mangel an Konkurrenz der Anbieter untereinander begründet hatte, geht davon aus durch die neue Regelung Bewegung in das Marktgeschehen gebracht zu haben.