Handy aufladen mit Nano-Generatoren

Donnerstag, 7. April 2011

Fast jedes Handy hatte bis vor kurzem sein eigenes Ladegerät mit ganz unterschiedlichen Steckern und Kabeln. Dies führte dazu, dass man es auf Geschäftsreise schwer hatte, ein passendes Ladegerät zu finden, wenn nicht der Kollege zufällig das gleiche Handy hatte. Deshalb war die Begeisterung groß, als für Mitte 2011 ein neues, einheitliches Ladegerät für alle neuen Handy-Modelle angekündigt wurde. Diese Lademöglichkeit vermeidet auch erhebliche Umweltbelastung, da man nicht mehr automatisch beim Kauf eines Mobiltelefons immer ein neues Ladegerät dazu kaufen muss. Doch das ist noch nicht alles: Die Industrie arbeitet seit einiger Zeit schon an der komplett kabellosen Lösung für das Nachladen.

Nano-Geräte sollen in Zukunft ganz unabhängig von einer Stromquelle arbeiten und das Handy laden können. Dies scheint auf den ersten Blick relativ unwahrscheinlich, doch ähnlich wie bei manch einer anderen High-Tech-Revolution steckt eine Idee dahinter, die im mechanischen „Low-Tech“-Umfeld bereits umgesetzt worden ist. Denken Sie einmal an eine mechanische Automatik-Uhr: Dort wird bei jeder Bewegung ein Federmechanismus in Gang gesetzt, der die Feder nachspannt. Ähnlich geschieht dies auch bei so mancher Quartz-Automatikuhr: Wenn der Arm, an dem die Uhr hängt, bewegt wird, dann bewegt sich ein Metall an einer Magnetspule und stellt durch magnetische Induktion eine Mini-Spannung zum Nachladen des Akkus her.

Nano-Geräte gehen hier einen Schritt weiter: Die Geräte vermeiden den Umweg über einen schweren Anker und einen Magneten und bestehen im Wesentlichen aus verbiegbaren Teilen, die bei Biegung Strom erzeugen. Das Sensationelle daran ist das phänomenal geringe Gewicht und eine sagenhafte Empfindlichkeit. Einige Presseartikel haben mit der Schlagzeile aufgemacht, dass man selbst aus einem Herzschlag Energie gewinnen kann. Auch wenn dies beim heutigen Technologiestand leicht übertrieben scheint, so funktioniert das Konstruktionsprinzip schon: Mini-Drähte erzeugen bei der Bewegung Strom. Und wenn es nicht gerade der kaum messbare Herzschlag ist, so gibt es doch viele andere deutlich sichtbarere Bewegungen und Bewegungen, die entsprechend mehr Energie erzeugen.

Ein Beispiel kann die abendliche Jogging-Runde oder die Kniegelenkstreckungen beim Rennradfahren sein: Die dort sichtbaren Bewegungen sind tausendfach länger und stärker als der Herzschlag. In nicht allzu ferner Zukunft kann dann der Pulsmesser ergänzt werden: Neben dem sportlichen Durchschnittspuls kann die erzeugte Energie angegeben werden. Nano-Geräte können die Revolution bei der Stromerzeugung für Mobiltelefone einleiten und faktisch immer dort verwendet werden, wo ein Muskel sich bewegt, streckt oder beugt.